Geothermie für Charlottenburg-Wilmersdorf

Ein Meilenstein für die lokale Wärmewende

Foto: Kilian Modricker, ungefähr 2.000 der geplanten 8.800 KomponentenFoto: Kilian Modricker, ungefähr 2.000 der geplanten 8.800 Komponenten

Der Weg zur Klimaneutralität führt in die Tiefe: In Charlottenburg-Wilmersdorf setzt ein innovatives Geothermie-Projekt neue Maßstäbe für die Wärmeversorgung öffentlicher Gebäude. Mit einer beeindruckenden Bilanz bei der CO2-Einsparung und einer soliden wirtschaftlichen Basis zeigt der Bezirk, wie nachhaltige Energieversorgung im urbanen Raum gelingt.

Was im März mit der Vorlage einer Machbarkeitsstudie begann, nahm im Oktober desselben Jahres bereits konkrete Formen an: Der Spatenstich markierte den Beginn eines Bauprojekts, federführend durch die Consulting Janssen GmbH, das die Energieinfrastruktur des Bezirks nachhaltig verändern wird. Herr Roos vom Partnerunternehmen TechnoCare fand dabei lobende Worte für die Zusammenarbeit mit dem Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf, das die Studie nicht nur vorgegeben, sondern den Prozess aktiv vorangetrieben hat.

Das Herzstück des Projekts ist eine Anlage mit einer Leistung von 550 kW, die auf einer Fläche von 7.000 Quadratmetern realisiert wurde. Die technischen Eckdaten sind beeindruckend: Rund 8.800 Einheiten des Herstellers GeoCollect sorgen dafür, dass die Erdwärme in einer Tiefe von 1,5m effizient genutzt wird. Sportplätze werden alle 5-15 Jahre saniert, weshalb sich anstehende Erdarbeiten auch zur Installation von Geothermie in niedriger Tiefe eignen: Eine Win-win-Situation.

Dazu Maurice Wothe, Vorsitzender des Ausschusses für Liegenschaften & IT:

„Das Projekt zeigt, dass die Wärmewende versorgungssicher und kosteneffizient gestaltet werden kann und hat daher Vorbildcharakter.“

Davon profitieren direkt drei örtliche Schulgebäude und eine Turnhalle, unter anderem die Reinfelder Schule, die Kita Sinneswandel und die Ernst-Adolf-Eschke-Schule.

Durch den Anschluss dieser Gebäude erzielt der Bezirk eine beachtliche Wirkung: Die Anlage spart jährlich 180 Tonnen CO2.

Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit gehen hier Hand in Hand. Bei Gesamtkosten von 2,7 Millionen Euro entfielen 1,6 Millionen Euro auf die Erschließung des Geothermiefeldes. Trotz dieser Investitionen ist das Projekt betriebswirtschaftlich hochgradig attraktiv:

· Wärmepreis: Die Erzeugungskosten liegen bei stabilen 18 Cent pro Kilowattstunde.

· Amortisation: Das Projekt rechnet sich bereits nach 13 Jahren.

· Lebensdauer: Die versprochene Lebensdauer liegt bei mindestens 15-20 Jahren, da geeignete Langzeitstudien noch fehlen. Das Material, das einmal eingebaut sicher in der Erde verschlossen ist, kann ca. 100 Jahre überdauern.

Dieses Geothermie-Projekt ist mehr als nur eine technische Anlage; es ist ein lokales Vorbild für Berlin. Es beweist, dass der Verzicht auf fossile Brennstoffe in öffentlichen Liegenschaften nicht nur ökologisch notwendig, sondern auch finanziell sinnvoll ist. Für die Kinder in den angeschlossenen Schulen und Kitas ist es zudem ein direktes Zeichen: Ihre Wärme kommt aus der Erde, direkt unter ihren Füßen.