Bürgeramt wird digitaler und geht raus!
Große Anfrage - Januar 2026
Die Große Anfrage beantwortet das Bezirksamt wie folgt:
1. Wie hat sich das Gesamtangebot der Bürgerämter in Charlottenburg-Wilmersdorf in den letzten drei Jahren weiterentwickelt – insbesondere in Hinblick auf Digitalisierung, Servicequalität und neue Angebotsformate wie das mobile Bürgeramt („Bürgeramtskoffer“),
Antwort: Mehrere Dienstleistungen können inzwischen online/digital beantragt werden. Hierzu zählen unter anderem:
Seit Mai 2025 hat sich die Digitalisierung bezüglich der Ausweis- und Passbeantragung weiterentwickelt. Die Passfotos werden entweder von zertifizierten Fotografen oder direkt im Bürgeramt erstellt. Damit verkürzt sich die Vorbereitungszeit der Kunden, da im Vorfeld kein Fotograf zwingend aufgesucht werden muss.
Nach der Beantragung von ausgewählten Dokumenten erhalten die Antragstellenden einen QR-Code, der eine Statusabfrage der Dokumentenerstellung bei der Bundesdruckerei ermöglicht. Der Kunde/die Kundin erfährt so, wann das Dokument produziert und an die Bürgerämter zur Abholung versandt wurde.
Der Einsatz der mobilen Bürgeramtskoffer erfolgt seit Juni 2025 und wurde ebenfalls kontinuierlich ausgeweitet. Mittlerweile können nahezu alle standardmäßig angebotenen Dienstleistungen mobil erbrachtwerden. Bisher erfolgt hier ausschließlich die Beantragung und nicht die Ausgabe von beantragten Dokumenten.
Die mobilen Bürgeramtskoffer kommen turnusmäßig einmalig oder mehrmals im Monat an festgelegten Standorten zum Einsatz. Beispielsweise können so Bewohnende am Standort Halemweg erreicht werden, dort wird seit Dezember 2025 regelmäßig an zwei Tagen pro Monat mithilfe des Bürgeramtskoffers ein mobiler Bürgeramtsstandort in der Stadtteilbibliothek angeboten. Auch die Seniorenclubs Wallotstraße und Herthastraße, die Seniorenbegegnungsstätte Schlange DRK sowie das Seniorendomizil Wilhelm-Stift Pro Curand werden regelmäßig mit dem Koffer aufgesucht. Darüber hinaus wird das mobile Bürgeramt im Rahmen besonderer Aktionstage genutzt, etwa jüngst an der Technischen Universität Berlin zum Semesterauftakt oder in Senioreneinrichtungen aber auch im Jobcenter.
Eine weitere Neuerung (Mai 2025) stellt die Möglichkeit, sich den Personalausweis per Direktversand zustellen zu lassen, dar. In diesem Fall erfolgt eine Zustellung durch die Deutsche Post an den Hauptwohnsitz. Eine Entgegennahme ist nur persönlich möglich. Die Post informiert die antragstellende Person über das Datum der voraussichtlichen Zustellung.
Ferner ist der Direktversand im Bereich Ersatz Zulassungsbescheinigung Teil I (Kfz-Schein) und Führerschein möglich und wird sehr häufig dankbar angenommen, da bei diesen Anträgen keine Statusabfrage möglich ist und die Bearbeitung je nach Vorgang unterschiedlich ist.
Für den nächsten Doppelhaushalt bestehen Überlegungen, eine Dokumentenausgabebox für beantragte Dokumente in den Bürgerämtern zu beschaffen. Die Box könnte im Eingangsbereich eines Bürgeramtes stehen und würde ein Abholen von Dokumenten auch außerhalb der Öffnungszeiten der Bürgerämter ermöglichen.
Im Land Berlin sind die Abholboxen der Firma Biometric Solutions im Einsatz. Jede Box ist variabel und beinhaltet ein Bedienelement sowie mehrere Fächermodule für größere Dokumente und Ausweisdokumente.
2. Wie stellen sich aktuell die Zugangsmöglichkeiten zu den Bürgeramtsleistungen dar?
Antwort: Die Terminsituation der Bürgerämter hat sich durch Ausweitung digitaler Angebote und berlinweiten Entwicklungen wie die Eröffnung drei neuer Bürgerämter und bezirksübergreifende Ausfallkonzepte (Poolbildung) deutlich entspannt. Dadurch wurden auch die Zugangsmöglichkeiten zu den Leistungen der Bürgerämter weiter flexibilisiert.
Insgesamt wurde das Terminangebot mit verschiedenen Maßnahmen in Hinblick auf Flexibilität, Planungssicherheit sowie einheitliche Regeln und effizientere Ressourcensteuerung erweitert.
Zugang zu den Bürgeramtsleistungen:
1. Terminvereinbarungen sind wie bisher online/telefonisch als Wunschtermin in einem ausgewähltem Bürgeramt (Hohenzollerndamm, Wilma oder Heerstraße) oder an ausgewählten Terminen an vorher angekündigten Orten mit dem Bürgeramtskoffer möglich.
2. Täglich werden zusätzlich morgens spontane Termine an ausgewählten Standorten zu Online-Buchung freigegeben.
3. Ohne Termin ist die Abholung von beantragten Dokumenten zu den Öffnungszeiten immer in dem Bürgeramt möglich, in dem man das Dokument beantragt hat.
4. Ohne Termin können ausgewählte Dokumente wie Meldebescheinigung, Gewerbezentralregisterauskünfte, Führungszeugnis, Lebensbescheinigungen, PIN-Aktivierung für den Personalausweis im Rahmen des Bund-ID-Verfahrens täglich in jedem Bürgeramt zu den Öffnungszeiten beantragt werden.
5. Expresstermine zur Ausstellung vorübergehender Dokumente in besonders eiligen Situationen (gestohlener Personalausweis vor Notartermin etc.) stehen in jedem Bürgeramt vor Ort täglich zu den Öffnungszeiten zur Verfügung. Zzgl. CW:
6. Bürgersprechstunden für gehörlose Menschen werden nach vorheriger Ankündigung ausschließlich in der Wilma angeboten.
7. Mieterberatung: Festgelegte Termine können persönlich vor Ort, online oder telefonisch an den Standorten Wilma und Hohenzollerndamm vereinbart werden.
Das Bürgeramt Charlottenburg-Wilmersdorf das 14-Tage-Ziel erreicht.
3. Welche Anträge und Vorgänge sind derzeit bereits vollständig digital möglich, und welche weiteren Digitalisierungsprojekte sind für die kommenden Monate geplant?
Antwort: Es ist perspektivisch vorgesehen, das digitale Dienstleistungsportfolio schrittweise auszuweiten.
Bereits heute sind verschiedene Verwaltungsverfahren vollständig digital nutzbar (siehe Punkt 1).
Gleichwohl sind derzeit nicht alle Meldeangelegenheiten volldigital abbildbar. So sind beispielsweise Anmeldungen bei Zuzug bzw. Abmeldungen bei Wegzug bislang noch nicht vollständig digital möglich (insbesondere außerhalb Berlins).
Auch die Antragsbearbeitung im Pass- und Ausweiswesen bedingt weiterhin der persönlichen Vorsprache seitens der Kundinnen und Kunden, da biometrische Daten vor Ort (im Bürgeramt oder dem Standort des Bürgeramtskoffers) erhoben (Kamera) oder verifiziert werden müssen.
Weitergehende Antragsleistungen aus dem VOIS Online 2.0-Portfolio werden in Projektphasen, beginnend mit der Leistung „Übermittlungssperren“ gefolgt von der parallelen Umsetzung von „Abmeldung ins Ausland“ sowie „Abmeldung einer Nebenwohnung“ (vorbehaltlich der Entscheidung, dass die manuelle Sachbearbeitungsprüfung entfallen kann) in den kommenden Monaten digital möglich sein.
Moderne Monitore im Wartebereich (vollständige Umsetzung 2026) werden mit QR-Codes versehen und ermöglichen den Kunden die Verfolgung ihres Terminaufrufes.