Kinderarmut gibt es nicht ohne die Armut der Eltern. In relativer Armut befindet sich, so die herrschende Definition, wer über weniger als 60% des mittleren Netto-Einkommens verfügt.

Für eine vierköpfige Familie mit zwei Kindern sind das 1.980€. Die Gründe dafür sind vielfältig. Krankheit in der Familie und der verknüpften Erwerbslosigkeit, Überschuldung, steigende Mieten, die Betreuung jüngerer Kinder und dem damit verbundenen Ausfall von Einkommen. Letztes schreit nach einem mit Nachdruck zu betreibenden Kitaplatzausbau und nach Elterngeld; auf das neu gewordene Eltern in unserem Bezirk bis zu 22 Wochen (!) warten müssen.
Eltern haben einen rechtlichen Anspruch auf einen Betreuungsplatz. Das Bezirksamt vermittelt inzwischen keine Kitaplätze mehr, sondern bittet Eltern die Kosten für eine private Betreuung, um z.B. eine Tagesmutter zu bezahlen, dem Bezirk in Rechnung zu stellen.
Für Kinder ist Bildung der Weg aus der Armut. Diesen müssen wir ebnen indem wir die Rahmenbedingungen für Bildung verbessern, die Familie als Institution stärken, die soziale Infrastruktur für Familien verbessern, starke Jugendarbeit leisten; nur so gibt es eine Chancengleichheit im Kindes- und Jugendalter.


Diesen Beitrag hat unser Bezirksverordneter Serdar Bulat für die Juni Ausgabe der Gazette verfasst.

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